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| Ihre Kennenlern-Geschichte |
Reifenpanne auf dem Weg zur "eigenen" Hochzeit - grosse Liebe gefunden
Es war ein Donnerstag-Abend, für Freitags war ich zu einer typischen Biker-hochzeit eingeladen, mit Spalierfahrt. Klar, dafür musste meine Maschine noch auf Hochglanz gebracht werden. Also schnell nach der Arbeit in den Nachbarort Richtung SB-Waschboxen. Schon auf dem Weg dahin merkte ich das im Hinterreifen Luft fehlte, bis zur Tankstelle war der Reifen dann ganz platt. Ich vermutete ein defektes Ventil. Leider ist die Dorftankstelle recht ungenügend ausgestattet, so das ich den ADAC zur Hilfe rufen muss. Es kommt aber kein gelber Engel sondern die Vertretung: ein Schluesseldienst, der "mal für ADAC gefahren ist". Er hat drei Ventile dabei. Keines macht meinen Reifen dicht. Was ich vor lauter Sorge um mein Zweirad und die Hochzeit am nächsten Tag nicht bemerke: Ich werde die ganze Zeit beobachtet. Der junge Mann, der in der Rennwagen-werkstatt auf dem Gelände der Tankstelle gerade Feierabend gemacht hat, sitzt mit seiner Pizza im Auto und beobachtet amüsiert die hilflosen Versuche des Schlüsseldienst-Mannes und der Bikerin. Seine Pizza wird langsam kalt, irgendwann steigt er aus und kommt dazu. Er hat auch noch ein Ventil zum Testen in der Tasche, dann diagnostiziert er einen kaputten Schlauch. Da der Schluesseldienst-mann natürlich keinen Schlauch dabei hat, zieht er ab. Der junge Mann mit der kalten Pizza bietet mir Hilfe an, obwohl er noch nie ein Motorrad repariert hat, er kenne sich eigentlich nur mit Autos aus, aber Werkzeug und Maschinen dafür seien in seiner Werkstatt ausreichend vorhanden. Wenn wir nur irgendwo einen Schlauch herbekämen... Ich treibe mit ein wenig Telefoniererei einen Schlauch auf, den wir dann gemeinsam im 10 km entfernten Ort holen und den er die halbe Nacht noch montiert. Die ganze Zeit schwanke ich zwischen "Was tust Du hier eigentlich, mit einem total Fremden in einer Werkstatt, keiner weiss wo Du bist" und "was ist das denn für ein Typ, der hier einfach seine halbe Nacht für eine fremde Frau opfert, der kennt mich ja gar nicht". Ich kann nicht helfen bei der Reparatur und klage ihm mein ganzes Leid, erzähle ihm das ich morgen ganz dringend auf eine Bikerhochzeit muss und ein zweites Motorrad auch grad nicht läuft. Leider hat er das ein bisschen missverstanden und denkt, ich müsse zu meiner eigenen Hochzeit. Nach der erfolgreichen Reparatur und einer gemeinsamen Cola zu seiner kalten Pizza fahre ich nach Hause und denke die ganze Nacht über den Abend nach. Wie kommt jemand dazu, so selbstlos einer Fremden die ganze Nacht zu helfen? Ich verbuche das unter "einfach nur netter Kerl" und freue mich über mein Glück. Ein paar Tage später nehmen wir wieder Kontakt auf, treffen uns immer wieder, gehen gemeinsam aus und es entsteht eine tiefe Freundschaft. Das er von der ersten Minute an mir interressiert ist und beim ersten Kennenlernen enttäuscht war weil er glaubte das ich auf dem Weg zu meiner Hochzeit und damit "vergeben" wäre, merke ich erst Monate später. Mittlerweile sind wir seit 6 Jahren ein glückliches Paar und wollen nächstes Jahr heiraten. Den kaputten Schlauch und mein Motorrad habe ich immer noch, die beiden gebe ich wie meinen Mann nie mehr her. Mittlerweile fährt er auch Motorrad und wir teilen sowohl das Motoradfahren als auch das Hobby Rennsport.
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